Vor dem Abendessen zieht es mich noch einmal hinaus, allein,
zur Santa Maria Maggiore. Ich will das Grab des jungen Heiligen Carlo Acutis
sehen – er, der mit fünfzehn Jahren starb und inzwischen halb Europa
fasziniert.
In der Kirche läuft gerade die Messe, italienisch, getragen, andächtig. Ich gehe dorthin, wo Carlo ruht. Er liegt in einem gläsernen Sarg, leicht erhöht, er schwebt. Dunkle, wuschelige Haare, ein friedliches Gesicht. Ich kann nicht erkennen, ob er echt ist oder aus Wachs. Für einen Moment glaube ich sogar, seine Brust sich heben zu sehen. (Fotografieren verboten.)
In der Kirche läuft gerade die Messe, italienisch, getragen, andächtig. Ich gehe dorthin, wo Carlo ruht. Er liegt in einem gläsernen Sarg, leicht erhöht, er schwebt. Dunkle, wuschelige Haare, ein friedliches Gesicht. Ich kann nicht erkennen, ob er echt ist oder aus Wachs. Für einen Moment glaube ich sogar, seine Brust sich heben zu sehen. (Fotografieren verboten.)
Da stehe ich also, zwischen Weinenden, Gläubigen, Kerzen, flackerndem Licht – und frage mich, ob dieser Junge meine Mutter hätte retten können. Oder wenigstens meinen Hautausschlag wegzaubern. Es ist still, aber nicht leer. Es ist unheimlich.
Draußen wartet Robert auf dem Hauptplatz. Wir essen
gemeinsam zu Abend, und ich erzähle ihm von Carlo. Er hört zu, runzelt die
Stirn, sagt wenig. Vielleicht muss man dort gewesen sein, um diese eigenartige
Mischung aus Glaube, Zweifel und Gänsehaut zu verstehen.
Assisi bei Nacht – geheimnisvoll, still, ein bisschen überirdisch. Ich bin müde und doch ganz wach.
Assisi bei Nacht – geheimnisvoll, still, ein bisschen überirdisch. Ich bin müde und doch ganz wach.
Stimmungsbild der Basilika Santa Chiara
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