Mittwoch, 22. Oktober 2025

Assisi: Kathedrale San Rufino, Santa Maria sopra Minerva und Basilica di San Francesco

Heilige, Kirchen und Gläubige

Nach dem Mittagsschläfchen: Robert macht eine ausgedehnte Siesta. Also ziehe ich allein los, bewaffnet mit Neugier und einem Regenponcho – man weiß ja nie.
Mein erster Stopp ist die San-Rufino-Kirche. Scheinbar schlicht von außen, doch bei näherer Betrachtung entdecke ich unzählige Details – fein gemeißelte Bögen, mysteriöse Reliefs, Fabelwesen sehen auf mich herab. Innen: erstaunlich reich. Im angeschlossenen Museum stoße ich auf beeindruckende Exponate – römische Funde, alte Mosaike, steinerne Sarkophage.






Und dann dieser junge Mann: Carlo Acutis, aus Assisi, inzwischen heiliggesprochen. Ein Porträt von ihm steht zur Verehrung da. Irgendwie rührend, dieser Junge – fünfzehn Jahre alt. Die Kirche will mit dieser Heiligsprechung wohl junge Menschen wieder zu sich ziehen.


Weiter zur Santa Maria sopra Minerva und hinauf auf den Turm – der Blick über die Stadt ist atemberaubend, der Wind kräftig, das Wolkenspiel mächtig.





Und weiter geht’s zur Basilica di San Francesco. Ich trete ein – und bin sofort überwältigt. Die Fresken leuchten in tausend Farben, erzählen Geschichten, die man kaum alle aufnehmen kann. Eine Etage tiefer: wieder eine Kirche. Noch eine Etage darunter: die Grabstätte des heiligen Franziskus. Es ist still. Es ist stickig. Überall Menschen, die beten, knien, weinen, Kerzen entzünden.




Zuviel Glaube auf einmal. Ich fühle mich plötzlich fremd – kann diese tiefe, körperliche Frömmigkeit nicht einordnen. Und doch: sie berührt mich, irgendwie.
Kirche und Gläubige – eine Erfahrung der besonderen Art.

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