Ein Spaziergang durch Orvieto mit Annamaria – unserer
Stadtführerin, die Geschichte atmet und erzählt, als wäre sie selbst aus einem
der alten Steine gemeißelt. Wir schlendern durch die engen Gassen, atmen das
Flair des Mittelalters und die stillen Erinnerungen an die Etrusker, die hier
ihre Spuren hinterlassen haben.
Ein Zwischenstopp im legendären Café Montanucci: Das Interieur erinnert an ein altes Spielwarengeschäft – Holz, charmant, ein bisschen nostalgisch. Kein Wunder, stammt es ursprünglich von einem Spielwarenhersteller. Das Café ist über die Grenzen Orvietos hinaus bekannt und beliebt. Robert und ich waren inzwischen schon zweimal dort – der Cappuccino schmeckt beim zweiten Mal sogar noch besser.
Weiter geht’s zur Piazza del Popolo mit ihrem Palazzo, dem
stillen Wächter vieler Jahrhunderte. Schließlich erreichen wir das Herz der
Stadt: den Dom von Orvieto.
Romanisch in seiner Grundform, aber von überwältigender Schönheit – schlicht und doch eindrucksvoll. Die Fresken im Inneren sind von einer Farbenpracht und Tiefe, die den Atem rauben. Hier, so erzählt Annamaria, kamen die Päpste gerne her, um Zuflucht und Ruhe von Rom zu finden. Und hier wird auch eine bedeutende Reliquie aufbewahrt: das blutige Tuch von Bolsena, ein Zeichen des Wunders, als aus einer Hostie Blut getropft sein soll. Das Tuch ließ Papst Urban IV nach Orvieto bringen. Das Blutwunder von Bolsena war Anlass für die Einführung des Fronleichnamsfestes 1264. Papst Nikolaus III veranlasst den Bau des Domes in Orvierto.
Romanisch in seiner Grundform, aber von überwältigender Schönheit – schlicht und doch eindrucksvoll. Die Fresken im Inneren sind von einer Farbenpracht und Tiefe, die den Atem rauben. Hier, so erzählt Annamaria, kamen die Päpste gerne her, um Zuflucht und Ruhe von Rom zu finden. Und hier wird auch eine bedeutende Reliquie aufbewahrt: das blutige Tuch von Bolsena, ein Zeichen des Wunders, als aus einer Hostie Blut getropft sein soll. Das Tuch ließ Papst Urban IV nach Orvieto bringen. Das Blutwunder von Bolsena war Anlass für die Einführung des Fronleichnamsfestes 1264. Papst Nikolaus III veranlasst den Bau des Domes in Orvierto.
Pozzo di San Patrizio – mein persönliches Highlight:
Nach unserer Verabschiedung von Annamaria führt mich mein Weg weiter – zu meinem ganz persönlichen Highlight, dem eigentlichen Ziel meiner Umbrien-Reise: dem Pozzo di San Patrizio.
Nach unserer Verabschiedung von Annamaria führt mich mein Weg weiter – zu meinem ganz persönlichen Highlight, dem eigentlichen Ziel meiner Umbrien-Reise: dem Pozzo di San Patrizio.
Zum ersten Mal gehört habe ich von ihm 2018 – bei einer Führung im Kunsthistorischen Museum in Wien. Frau Mag.a Spinka aus der Abteilung für Numismatik erzählte damals von Benvenuto Cellini und erwähnte diesen Brunnen in Orvieto als Meisterwerk technischer und künstlerischem Einfallsreichtum. Seitdem stand er auf meiner inneren Wunschliste – heute wird der Punkt endlich abgehakt.
Von außen wirkt der Pozzo fast unscheinbar, doch wer
hinabsteigt, betritt eine andere Welt. Zwei spiralförmige Treppen winden sich
übereinander hinab – eine für den Abstieg, eine für den Aufstieg –, so
konstruiert, dass Mensch und Maultier sich niemals begegneten. Der Brunnen
wurde im 16. Jahrhundert unter Papst Clemens VII. gebaut, als Zuflucht für den
Fall einer Belagerung: Wasser als Lebensversicherung.
Mit jeder Stufe nach unten verändert sich das Licht, wird kühler, geheimnisvoller. Unten, 53 Meter tief, spiegelt sich das Wasser wie ein Auge in die Dunkelheit. Ich bleibe stehen, sehe nach oben – der Blick reicht bis zum Himmel. 497 Stufen: 248 hinunter, 249 hinauf.
Ein Bauwerk aus Stein, aber auch eine Metapher – für den Weg nach innen, für Tiefe, für Durchhaltevermögen.
Ich denke an 2018, an diesen Vortrag in Wien, an das Staunen damals – und daran, dass Orte manchmal erst in der Erinnerung wachsen, bis man ihnen begegnet.
Heute war es so weit. Und es war jede Stufe wert.
Mit jeder Stufe nach unten verändert sich das Licht, wird kühler, geheimnisvoller. Unten, 53 Meter tief, spiegelt sich das Wasser wie ein Auge in die Dunkelheit. Ich bleibe stehen, sehe nach oben – der Blick reicht bis zum Himmel. 497 Stufen: 248 hinunter, 249 hinauf.
Ein Bauwerk aus Stein, aber auch eine Metapher – für den Weg nach innen, für Tiefe, für Durchhaltevermögen.
Ich denke an 2018, an diesen Vortrag in Wien, an das Staunen damals – und daran, dass Orte manchmal erst in der Erinnerung wachsen, bis man ihnen begegnet.
Heute war es so weit. Und es war jede Stufe wert.
Keine Kommentare:
Kommentar veröffentlichen