Heute führte uns der Weg ins Latium – nach Civita diBagnoregio, der sogenannten „sterbenden Stadt“. Schon von Weitem wirkt sie wie
aus einer anderen Zeit, schwebend auf einem bröckelnden Tuffsteinfelsen, nur
über eine lange, schmale Brücke mit dem Leben da draußen verbunden.
Wir überqueren die Brücke zu Fuß – die Sonne hat sich
endlich wieder durchgesetzt, und über allem liegt ein Hauch von Nostalgie und
Romantik. Kaum mehr Einwohner leben hier, und doch ist das kleine Städtchen
quicklebendig: In den Gassen duftet es nach frisch gebackenem Brot, Katzen
dösen in der Sonne, ein paar Reisende schlendern andächtig durch die
Vergangenheit.
Die chinesischen Reisegruppen fotografieren alles. Sofort wird jedes Bild gepostet. Bitte nicht – es muss nicht jeder wissen, dass es diese Stadt noch gibt.
Die chinesischen Reisegruppen fotografieren alles. Sofort wird jedes Bild gepostet. Bitte nicht – es muss nicht jeder wissen, dass es diese Stadt noch gibt.
Wir essen hervorragend – einfache, ehrliche Küche auf einer
Terrasse ohne Aussicht. Besser gutes Essen als gute Aussicht. Ein Ort, der das
Herz still macht und die Gedanken weit werden lässt.
Auf der Heimfahrt zieht sich der Himmel langsam wieder zu.
In Orvieto erwartet uns leichter Regen – nicht so heftig wie gestern, eher ein
leises Nachspiel eines wunderbaren Tages. Mit einem Regenbogen als
Schlussakkord. Ein Tag zwischen Verfall und Schönheit, zwischen Sonne und
Regen, zwischen Abschied und Staunen.
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