Sonne, Sonne, Sonne – und wir gehen unter die Erde
Endlich Sonne und Wärme! Nach Tagen mit Jacke und Schal
zeigt sich Italien von seiner freundlichen Seite. Und was machen wir? Ganz
logisch – wir gehen unter die Erde. Während andere die Sonne genießen, tauchen
wir ab in Orvietos Unterwelt.
Im Pozzo della Cava geht’s hinunter in ein Labyrinth aus
Zeiten und Steinen: etruskische Brunnen, mittelalterliche Werkstätten,
Zisternen – Schicht um Schicht Geschichte, wie eine archäologische Lasagne.
Zurück an der Oberfläche gönnen wir uns einen kurzen
Zwischenstopp in der Chiesa San Giovanni. Sie stammt aus dem Jahr 1004 – ein stiller,
beinahe vergessener Ort. Schlicht, ohne Prunk, und doch mit Seele. Fragmente von Fresken erzählen
Geschichten aus der Heiligen Schrift, als wollten sie sich noch einmal in
Erinnerung rufen. Kaum ein Tourist bleibt hier stehen – die meisten zieht es weiter zum Dom. Doch gerade diese Abgeschiedenheit macht ihren Zauber aus: kühler Stein, ein
Hauch von Weihrauch, und ein Frieden, der zwischen den Mauern zu atmen scheint.
Ein wohltuender Kontrast zu den überbordenden Wundern draußen.
Mittagessen in einem charmanten Lokal in den unterirdischen Räumen.
Dann weiter in den Orvieto Underground, wo es kühl,
geheimnisvoll und erstaunlich belebt zugeht. Hier wurde einst Öl gelagert, Wein
gekeltert und Tauben gezüchtet – die perfekte Kombination für lange
Winterabende.
Wieder ans Tageslicht getreten, werden wir geblendet – vom Dom!
Was für eine Fassade: Goldmosaike, Heiligenszenen, unzählige Figuren, alles
leuchtet und glitzert in der Sonne. Jede Ecke erzählt eine Geschichte, und wir
entdecken ständig Neues. Der Dom ist ein Gesamtkunstwerk aus Stein, Farbe und
Fantasie – ein bisschen Märchen, ein bisschen Mahnmal.
Und als ob das noch nicht genug Tiefe (im wahrsten Sinn)
wäre – unsere Wohnung hat auch eine Höhle! Im etruskischen Keller warten ein Hammam
und ein Whirlpool – unser ganz persönliches Spa unter der Erde. Das
Küchenfenster ist zwar verklebt, das Schlafzimmerfenster bietet nur einen Spalt
Welt, aber wer braucht Aussicht, wenn man in der Geschichte wohnt?
Zwei Städte, zwei Schwerpunkte: Assisi mit Treppen, Pilgern
und Himmelsnähe – Orvieto mit Höhlen, Brunnen und Geschichten aus der Tiefe.
Wir haben viel gesehen, viel entdeckt – und auch gelernt: Sonne scheint
überall, man muss nur wissen, ob man drüber oder drunter sein will.
Abschluss des Tages: Hammam und Whirlpool in der eigenen etruskischen Höhle.
Dieser Luxus bekommt eine neue Bedeutung mit dem heute erfahrenen geschichtlichen Hintergrund dieser besonderen Unterwelt.
Dieser Luxus bekommt eine neue Bedeutung mit dem heute erfahrenen geschichtlichen Hintergrund dieser besonderen Unterwelt.
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