Heute führte uns der Weg von Orvieto nach Todi – eine Fahrt
entlang eines Stausees Largo di Corbara, eingebettet in die weiche
Hügellandschaft Umbriens. Todi selbst empfängt uns ruhig, fast verschlafen.
Kaum Touristen, ein paar Einheimische, die sich in den Gassen unterhalten.
Wir spazieren weiter zur Franziskanerkirche San Fortunato, benannt nach
dem Schutzheiligen der Stadt. Ihre gotische Fassade blieb unvollendet, doch im
Inneren herrscht jene feierliche Schlichtheit, die berührt. Ein weiter Raum aus
Stein, ein Hauch von Weihrauch, gedämpftes Licht – und irgendwo in einer
Seitenkapelle das Grab des Dichters Jacopone da Todi, dessen Lieder von
göttlicher Liebe und menschlicher Demut erzählen.
Die Piazza del Popolo – das Herz der Stadt – überrascht mich: groß, weit, und umrahmt von drei
stolzen Palästen, die von Tudis Bedeutung im Mittelalter erzählen.
Der Palazzo del Popolo, einer der ältesten Kommunalpaläste Italiens, wirkt mit seinen Zinnen und Bögen wie ein steinerner Wächter der Geschichte. Daneben der Palazzo del Capitano, etwas jünger, eleganter, mit hohen Fenstern und einem Hauch Renaissance. Und schließlich der Palazzo dei Priori, mit seinem markanten Turm. Zusammen bilden sie ein eindrucksvolles Ensemble – Macht, Bürgersinn und Stolz in Stein gemeißelt.
Die Kathedrale der Jungfrau Maria Annunziata thront am
oberen Ende des Piazza del Popolo und beherrscht das Stadtbild von Todi mit
stiller Würde. Ihre romanisch-gotische Fassade wirkt schlicht, doch die große
Rosette zieht sofort den Blick an – wie ein steinernes Auge, das über die Stadt
wacht. Innen empfängt einen ein weiter, heller Raum mit einem beeindruckenden
Holz-Kassettengewölbe. Fresken, Altäre und stille Seitenkapellen erzählen von
Jahrhunderten gelebten Glaubens. Ein Ort, der gleichermaßen erdet und erhebt –
wie ein stilles Gebet aus Stein.
Wir schlendern durch kleine Gassen, entdecken winzige
Boutiquen und Osterien, in denen die Zeit stehen geblieben scheint. Mittagessen
in einer Trattoria, in der die Pasta nach Handarbeit schmeckt.
Auf der Heimfahrt öffnet der Himmel seine Schleusen – Regen prasselt auf die Windschutzscheibe, das Wasser tanzt über die Straße. Ein Halt im Coop vor Orvieto für das Abendessen, bevor wir uns in unsere etruskische Höhle zurückziehen.
Heute wäre der 60. Hochzeitstag meiner Eltern:
Die Feier findet im Himmel statt – dort, wo Licht und Erinnerung ineinanderfließen.
Ich stelle mir vor, wie sie tanzen, leichtfüßig wie früher, vielleicht zu einem alten Lied, das nur sie kennen.
Ich wünsche euch alles Gute, ihr beiden.
Und trinke ein Glas Wein auf euer Wohl auf die Liebe, die bleibt, auch wenn die Stimmen längst verstummt sind.
Auf der Heimfahrt öffnet der Himmel seine Schleusen – Regen prasselt auf die Windschutzscheibe, das Wasser tanzt über die Straße. Ein Halt im Coop vor Orvieto für das Abendessen, bevor wir uns in unsere etruskische Höhle zurückziehen.
Die Feier findet im Himmel statt – dort, wo Licht und Erinnerung ineinanderfließen.
Ich stelle mir vor, wie sie tanzen, leichtfüßig wie früher, vielleicht zu einem alten Lied, das nur sie kennen.
Ich wünsche euch alles Gute, ihr beiden.
Und trinke ein Glas Wein auf euer Wohl auf die Liebe, die bleibt, auch wenn die Stimmen längst verstummt sind.
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