Sonntag, 2. November 2025

Orvieto und Bolsenasee

Orvieto – die letzten Höhenmeter und Tiefen des Urlaubs
Unsere letzte Aktivität mit der Carta Unica Orvieto: der Torre del Moro.
170 Stufen später – ein bisschen Schnaufen, aber voller Stolz – werden wir mit einer großartigen Aussicht belohnt. Die Sonne blinzelt für ein paar höfliche Minuten durch die Wolken, als wolle sie sagen: „Na gut, zum Abschied bekommt ihr noch ein bisschen Postkartenromantik.“


 

Dann holen wir das Auto und fahren zur Necropoli Etrusca del Crocifisso del Tufo.
Die Ausgrabung selbst: geschlossen.
Immerhin das Mini-Museum daneben hat geöffnet – ein kleiner Trost, zwei Vitrinen für die Welt von vor über 2.500 Jahren. Lach.

 

Weiter zum Bolsenasee, dem größten Vulkansee Europas.
Ich stelle mir vor, wie hier im Sommer alles glitzert und das Leben über die Ufer schwappt. Heute aber: Wolken. Nieselregen. Stimmung wie am Neusiedlersee im Spätherbst.
Die Villen wirken wie aus den 60er- oder 70er-Jahren, nur wenige mit Anmut vergangener Tage. Die Hotels scheinen verlassen, vergessen.
 

Und die Segelboote an der Marina – abgestellt, herrenlos, traurig.
Schön? Naja.
Interessant? Auf jeden Fall.
Aber romantisch? Nur mit viel Fantasie.

Zurück in Orvieto heißt es: Koffer packen. Ja, die Zeit ist buchstäblich davon­geflogen.
Bevor wir uns verabschieden, gönne ich mir noch einen letzten luxuriösen Moment:
Whirlpool-Abend in den Untiefen unseres etruskischen Gewölbes.
Ein Dampfbad zwischen Steinen, die mehr gesehen haben als jedes Geschichtsbuch – dieser Luxus hat hier eine unerwartete Tiefe.
Orvieto – du warst faszinierend, fordernd, überraschend.
Als Stadt hätte ich dich nicht eingereiht, eher als Landei. Bist du gar nicht.
Stolze Stadt, mit schönen Geschäften, vielen Lokalen, italienischer Gemütlichkeit – vom Tourismus (zumindest im Oktober) vollkommen verschont geblieben.
Es wird kaum Englisch gesprochen; niemand rechnet hier mit ausländischen Besuchern.
Ein würdiger Abschied: hoch hinaus, tief hinab – einmal alles.

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